Alle fordern Inklusion und Integration: Ich fordere #TeilnahmestattTeilhabe

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Das Thema Inklusion ist heute in aller Munde und in aller Ohren. Genau so wie das Thema Integration. Das eine bezieht sich auf Menschen mit Handicap, das andere auf Migranten. Tatsächlich haben die beiden Gruppen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, auf den zweiten jedoch umso mehr.

Inklusion und Integration als Politikum

Tatsächlich geht es bei den Themen Inklusion und Integration für die meisten Politiker darum, sich zu profilieren, sich zu einem Thema zu äußern, das alle angeht und die wenigsten betrifft. Jeder will etwas über diese Themen sagen. Selbst gute Ideen umzusetzen, ist dabei keinesfalls die schlechteste Idee, ganz schlecht ist es jedoch, wenn man anstelle von Handlung nur durch Worte glänzt. Es erscheint mittlerweile so, als gäbe es bestimmte Themen, über die viel diskutiert wird. Die wenigsten der Diskussionsteilnehmer sind dabei vom Thema ihrer Diskussion tatsächlich betroffen. Die wenigsten Betroffenen nehmen an der Diskussion teil. Eigentlich ist es schade, denn letztendlich geht es um nichts anderes als um Menschen. Die Politik entscheidet über Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die sehr unterschiedlich sein können.
Die Unterschiede sind dabei in der Art und Weise der Einschränkung, wie auch in der Intensität zu sehen. Durch die technische Entwicklung können mittlerweile bestimmte behinderungsbedingte Ausfälle oder im Fall der Integration eher Sprachbarrieren ausgeglichen werden. Dennoch bleibt es dabei, es handelt sich um Menschen mit besonderen Bedürfnissen (im Fall der Inklusion). Im Fall der Integration wird der besondere Bedarf durch etwas ersetzt, das man als kulturelle Diversität bezeichnen kann und dem man mit gegenseitiger Toleranz begegnen sollte.
Bei der Inklusion wird der besondere Bedarf zwar nicht vollständig ersetzt, jedoch durch die Diversität der Andersartigkeit und die damit verbundene Toleranz von Stärken und Schwächen in unserer Gesellschaft ergänzt.
Jeder Mensch, egal ob Aus- oder Inländer, behindert oder nichtbehindert, Mann oder Frau, hat Stärken und Schwächen. Wenn wir unsere Stärken und Schwächen gezielt zusammenbringen wollen. um sie zum Wohle aller für eine stabile Gesellschaft zu nutzen, müssen wir unsere jeweiligen Stärken und Schwächen zunächst erkennen und lernen sie zu akzeptieren. Im nächsten Schritt sollten wir alle dann unsere jeweiligen Stärken (und ja, möglicherweise auch Schwächen) einbringen, denn letztlich geht es um uns alle.

Inklusion und Integration: Es geht um Menschen

Eine Gemeinsamkeit haben wir schon. Wir sind Menschen, die alle in einem gewissen Maß die selben Grundbedürfnisse haben und ich schreibe hierbei nicht von so etwas banalem wie Essen und Trinken, was meiner Meinung nach selbstverständlich sein sollte. Tatsächlich geht es mir um den respektvollen Umgang miteinander, den wir uns alle wünschen. Wir alle wollen in der Gesellschaft eine Position haben, auf unsere Art und Weise wichtig sein. Wir wollen unsere jeweiligen Stärken und Schwächen, unsere Fähigkeiten und Talente einbringen, unser Potenzial nicht nur erahnen, sondern es ausschöpfen und so aus dem Potenzial eine Performance machen. Wir wollen keine Show aufführen (obwohl das der ein oder andere sicher auch als Talent mit einbringen könnte), sondern uns selbst entfalten. Tatsächlich ist von vielen von uns heute aber nicht viel mehr übrig, als der pure Verwaltungsakt. Unsere Persönlichkeit wird dabei nicht gesehen, obwohl jeder von uns eine Persönlichkeit mitbringt.

Menschen als Verwaltungsakt

Wir alle bringen eine Persönlichkeit mit, die uns zu dem macht was wir sind. Jede einzelne Persönlichkeit zeichnet sich wiederum durch seine Merkmale aus, Merkmale die uns nicht als Nummern in einem System darstellen, sondern uns unsere Persönlichkeit aufzeichnen und unser Verhalten prägen.
Natürlich ist es sinnvoll, Menschen mit Nummern durchzuzählen, sie in Schubladen zu zwängen, in die sie nicht hineinpassen, macht jedoch keinen Sinn. Letztendlich ist das Leben in der Gesellschaft ein Leben mit Menschen. Es ist ein Leben indem wir uns mit unseren Unterschieden und unseren Gemeinsamkeiten beschäftigen müssen. Nicht etwa, um uns in Schubladen zu stopfen, in die wir nicht hineinpassen oder uns an Menschen anzupassen, die nicht zu uns passen, sondern um in der Gesellschaft nicht nur zu überleben, sondern zu leben.

Inklusion: was es bedeuten sollte

Inklusion bedeutet, dass man sich als Teil der Gesellschaft wahrnimmt. Leider wird Inklusion heute oftmals so verstanden, dass ein jeder Mensch selbst motiviert sein muss, ein Teil der Gesellschaft zu werden. Ich frage mich an dieser Stelle jedoch, wie wir alle ein Teil der Gesellschaft werden wollen, wenn es schon an Maßnahmen der traditionellen Barrierefreiheit in Kinos, Theatern, Museen, Restaurants und anderen ganz normalen Einrichtungen des täglichen Lebens scheitert. Wie sollen alle in unserer Welt zurechtkommen, wenn es keine Rampen gibt, keine Verstärkeranlagen, keine Braille-Kennzeichnungen, kein Blinden-Leitsystem gibt und die komplexen Briefe von Menschen mit kognitiver Einschränkung nicht verstanden werden können. Eigentlich geht es bei der Inklusion doch darum, erst einmal die Teilnahme aller Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu sichern. Liebe Politiker, ich persönlich halte mich nicht nur in Ämtern auf, ich gehe auch Einkaufen, ins Kino und lebe auch ansonsten einen ganz normalen Alltag. Ich bin mir sicher, dass ein jeder Mensch das Recht haben sollte, seinen Alltag mit allen seinen Konsequenzen selbst zu gestalten. Eventuell ist es dabei natürlich notwendig, die entsprechenden Hilfen zu leisten, nur so kann Inklusion gelingen. In erster Linie geht es nämlich um Teilnahme. Denn nur wer teilnimmt, kann an unserer Gesellschaft teilhaben und seinen Beitrag leisten.

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