“Basiswissen: Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen” von Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen

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Mit dem Thema der Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen beschäftigen sich Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen im Rahmen des Buches “Basiswissen: Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen”. Hierbei legen sie jedoch einen anderen Schwerpunkt als die meisten Bücher, denn über Autismus bei Kindern gibt es viele Bücher. Für oder über erwachsene Betroffene von Autismus-Spektrum-Störung gibt es hingegen wenig Informationen und somit auch weniger Beratungsangebote. Betrachtet man jedoch die (Auto)Biographien gibt es immerhin eine kleine Auswahl.

Worum es in diesem Buch geht 

Dieses Buch jedoch versteht sich als Sach- und Fachbuch, welches Basiswissen vermittelt. Es geht dabei induktiv vor und beschreibt zunächst ganz allgemein, was Autismus eigentlich ist. Dabei differenzieren die beiden Autoren historisches. Hier differenzieren sie wie die Behinderung erstmals diagnostiziert wurde. Sie unterscheiden den so genannten Kanner vom Asperger Autismus, grenzen aber auch das Rett-Syndrom und den atypischen Autismus voneinander ab und stellen Symptome heraus die von Bedeutung sein können. Sie gehen auf die Entstehung der unterschiedlichen Diagnosesysteme ein und beschreiben die Unterschiede zwischen den einzelnen Klassifikationen. Im Vergleich zum frühkindlichen Autismus gibt es beim so genannten Asperger Autismus kaum Unterschiede in der Entwicklung, weswegen der Asperger Autismus lange zeit unerkannt bleiben kann. Unter dem Begriff der Autismus-Spektrum-Störung lassen sich alle autistischen Syndrome zusammenfassen, was eine Spezifizierung bei diesem Buch nahezu unmöglich macht. Es lag jedoch auch nicht in der Absicht der Autoren sich auf irgendeine Autismus-Spektrum-Störung zu spezialisieren. Weder der Asperger Autismus noch der Kanner Autismus sind eindeutig zu selektieren.

Ein allgemeiner Überblick ins Thema

Dieses Buch gibt also einen Einblick in die Fragestellung was Autismus eigentlich ist. Darüber hinaus gehen sie auf den Zugang zu Hilfeleistungen und Therapien ein. Auffällig jedoch ist, dass sich dieses Buch augenscheinlich eher an Menschen im therapeutischen Umfeld oder an Verwandte von Betroffenen richtet, als an den Betroffenen selbst. Dieses Buch sagt nicht “Hier bekommen Sie Hilfe!” sondern spricht eher über Betroffene. Meiner Meinung nach ist dies ein sehr einschränkender, ja womöglich sogar diskriminierender Ansatz. Dieses jedoch zeigt wiederum die eigentliche Idee der beiden Autoren. Sie möchten nämlich keinesfalls den Autisten als Betroffenen erreichen sondern viel mehr das Umfeld über den Autismus informieren. Dies zeigt sich auch im Abschnitt “Lebenswelten und Lebenslagen autistischer Menschen”. In diesem gehen sie auf Bereiche wie Beruf, Wohnen, gesellschaftliche Teilhabe und Freizeit ein, aber auch auf das Thema Freundschaft, Partnerschaft und Beziehung. Darüber hinaus stellen sie rechtliche Aspekte und Unterstützungsmöglichkeiten vor. Im folgenden Abschnitt gehen sie dann auf konkrete schwierige Situationen im Umgang mit Erwachsenen Autisten ein. Auch hier wird wieder mehr über sie kommuniziert als mit ihnen.

Von Fehlerquellen und häufigen Problemstellungen im therapeutischen Rahmen

Hierbei geht es um den Begriff der Psychoedukation sowie um Fragen der Diagnose-Offenlegung, der Angehörigen-Arbeit und der Zielfindung. Was ist für den Menschen mit Behinderung eigentlich möglich? Ich persönlich finde auch hier könnte man ein anderes Konzept je nach Schweregrad der Behinderung anwenden und den Behinderten an seinem Leben und seiner Lebensplanung teilhaben lassen. Obwohl eigentlich keinerlei Differenzierung zwischen Asperger und Kanner Autismus vorliegen soll, habe ich den Eindruck, dass es sehr wohl eine Spezifizierung auf den Kanner Autismus, im Sinne des frühkindlichen Autismus. Allerdings geht es auch hier eher um starke Formen des Autismus. Somit wird dieses Basiswissen zwar eine gute Grundlage und ein Überblick über das vorhandene Wissen sein, jedoch in keinem Fall bei Einzelfällen oder Lebensplanungen helfen können. Es richtet sich eher an das therapeutische Umfeld des Autisten und dort eher an Einsteiger.  

Fazit

“Basiswissen: Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen” von Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen ist ein gutes Buch für all jene , die sich über dieses Thema informieren möchten, jedoch selbst nicht betroffen sind. Es ist eher für die Hilfe als für die Selbsthilfe gedacht und dabei eher für Einsteiger als für Experten. Somit ein gutes Buch für all jene die sich im Rahmen der Inklusion mit der Teilhabe behinderter Menschen aus dem Autismus-Spektrum-Bereich beschäftigen.

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